Projekt Zukunft, Im Zeitraffer Gebaut

Die juwi-Gruppe hat sich das energieeffizienteste Bürogebäu¬de der Welt gebaut –termin¬genau, in weniger als sechs Monaten.

Mit dabei: Die Projektmanagementlösung Asta Powerproject
Zeigen, was heute in Sachen Energieeffizienz technisch möglich ist und ein überaus angenehmes Arbeitsumfeld für die eigenen Mitarbeiter schaffen: Diese Ziele hatte sich die juwi-Gruppe für den Neubau des Firmensitzes im rheinhessischen Wörrstadt gesetzt. Beides ist auf beeindruckende Weise gelungen. Und genau so imponiert, wie der dreiteilige, in Holzbauweise errichtete Büro¬komplex in Rekordzeit und termingerecht realisiert wurde. Zwischen Spatenstich und Ein¬weihung am 1. Juli 2008 lagen nicht einmal sechs Monate. Warum die Eile? Und wie hat man dieses Tempo bewältigt?

juwi: Erfolg braucht Raum
Mit einem Windrad am Donners¬berg in der Pfalz hat es begonnen. Heute zählt die 1996 als Zwei-Mann-Betrieb gegründete juwi-Gruppe mit einem Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien. Neben der Windkraft gehören inzwischen auch Solar- und Bioenergieanlagen zur Angebots¬palette des Projektentwicklers. Mit rund 350 Mitarbeitern deckt juwi die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über die Errichtung bis hin zur Finanzierung und Betriebsführung der regenerativen Energieanlagen ab. Neben dem nach wie vor wichtigsten Heimatmarkt ist das Unternehmen auch in Frankreich, Italien,Spanien, Tschechien, Griechen¬land, USA, Costa Rica und Südkorea aktiv.

„Durch das explosive Wachstum des Unternehmens sind unsere beiden Firmensitze in Mainz und Bolanden buchstäblich aus den Nähten geplatzt, wir mussten schon Bürocontainer dransetzen. Dadurch ist sehr viel verloren gegangen an Kommunikation, an Wissen – das fing an teuer zu werden“, erklärt Ralf Ratanski die Eile, mit der die Zusammenlegung der bisherigen Standorte nach Wörrstadt betrieben wurde. Der 45-jährige Diplom-Ingenieur ist bei juwi als Teamleiter für die Realisierung der verschiedensten Wind-, Solar- und Bioenergie-Projekte zuständig – und auch verantwortlich für den Neubau der Firmenzentrale. Dafür hat er zeitweise alle anderen Projekte abgegeben, um mit vollem Einsatz das Vorhaben in Wörrstadt voran zu bringen.

Neue Maßstäbe
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der rund 12 Meter hohe und etwa 100 Meter lange Neubau der juwi-Gruppe schafft ein hervorragendes Ambiente für qualitativ hochwertige Leistungen: Der Bürokomplex bietet auf rund 8.500 Quadratmetern und über insgesamt sieben, versetzte Etagen in unterschiedlichen Konstellationen 300 Mitarbeitern Platz für Arbeit und Kommunikation sowie Freiräume für Kreativität, Entspannung und zum Auftanken. Die modulare Bauweise eröffnet die Möglichkeit, die Mitarbeiterzahl auf rund 600 zu verdoppeln.

Der neue Firmensitz kann als das derzeit energieeffizienteste Büro¬gebäude der Welt gelten. Der Gebäudekomplex wird übers Jahr mehr Energie erzeugen, als er verbraucht. Auch die Bauweise ist auf Energieeffizienz und Klima¬schutz ausgerichtet. Der Primär¬energiebedarf (Heizung, Warm¬wasser, Elektrizität) wird über erneuerbare Energien (Solar-, Wind- und Bioenergie) gedeckt; darüber hinaus verfügt das Gebäude über eine dem Passiv¬haus-Standard entsprechende Dämmung. Ein besonderer Clou ist die Klimaanlage, die den ohnehin vorgeschriebenen Sprinklertank als Kältespeicher nutzt: Das Wasser des Tanks fließt tagsüber durch Leitungen im Boden und kühlt so die Räume. In dem Bürohaus ist ein intelligentes Energie-Mana¬gement-System installiert, das den Verbrauch genau beobachtet und die verbrauchenden Einheiten nach ihrer Priorität gestaffelt zu oder abschaltet. Die jährlichen Energie¬kosten des Bürokomplexes sollen bei zwei Euro pro Quadratmeter liegen. Zum Vergleich: Besitzer eines Einfamilienhauses müssen heute mit Energiekosten von etwa 20 Euro pro qm im Jahr rechnen. Das neue juwi-Gebäude wird also bei den Energiekosten um den Faktor 10 günstiger sein als ein heutiges Standardhaus.
Auch hinsichtlich der Lebens- und Arbeitsqualität der Beschäftigten werden Maßstäbe gesetzt. So richtet juwi beispielsweise neben einer eigenen Mensa auf jeder zweiten Halbetage eine Kommuni¬kationszone mit Loungecharakter ein. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in einem Andachts¬raum in sich zu kehren und neue Kraft zu schöpfen. Die körperliche Ausgeglichenheit wird ebenfalls nicht vernachlässigt: Neben einem Fitnessraum werden in den Außenanlagen unter anderem ein Fußball- und ein Beachvolley¬ballfeld gebaut. Und auch familiäre Aspekte wurden berücksichtigt. Am Firmensitz wird juwi eine eigene Kindertagesstätte für die Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitar¬beitern einrichten.

Statische Termine , dynamische Ressourcen
Alle Projekte, die juwi realisiert, sind in das projektübergreifende, firmenweite Projektmanagementsystem eingebunden, das man schon seit Jahren mit Asta Enterprise, der Multi-User/Multi-ProjektLösung auf Client-Server-Basis, eingerichtet hat. Ressourcenplanung, Kosten-, Liquiditäts- und Budgetplanung für die einzelnen Projekte werden damit ebenso bewerkstelligt, wie die projektübergreifende Zusam¬menfassung der Einzeldaten in Jahresprojekte, bei denen wieder¬um die Schnittstellen zum betriebs¬wirtschaftlichen Bereich ansetzen. „Während der Bauzeit der Zentrale in Wörrstadt“ sagt Ralf Ratanski beiläufig, „haben wir zeitgleich noch 55 Anlagen in Costa Rica gebaut, in Frankreich waren 80 Anlagen und in Deutschland 36 Anlagen in Arbeit, darunter in Brandis bei Leipzig die weltgrößte Photovoltaik-Anlage – das alles läuft hier über Asta Enterprise“.

Unter solchen Umständen wird auch die SiGe-Koordination zu einem spannenden Thema: „Extrem dynamisch war die SiGe-Planung, die wir wie sonst auch mit Asta Sigecontrol erledigt haben, einem AddOn zu Powerproject, mit dem sich SiGe-Planung und –Koordination nahtlos einfügen“.

Preiswürdig
Im September 2008 hat die juwi-Gruppe den „Deutschen Klima¬schutzpreis 2008“ der Deutschen Umwelthilfe e. V. erhalten. „Mit der Konzeption und Errichtung ihres neuen Firmensitzes in Wörrstadt hat juwi auf herausragende Weise demonstriert, dass das Unter¬nehmen entschlossen ist, sein umfassendes und zukunftsweis¬endes Engagement für Klima- und Ressourcenschutz auch ‚auf sich selbst‘ anzuwenden“, heißt es in der Begründung. Wir gratulieren.